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Klassenreise ins Spukschloss

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Die Aufregung ist riesig, als am Morgen des 10. Junis die beiden Reisebusse mit insg. 67 Kindern vom Schulhof der Grundschule Traberweg rollen. Fünf Tage lang sind die Kids der aktuellen dritten Klassen nun auf sich gestellt – naja fast: fünf Lehrerinnen und zwei Referendarinnen begleiten die Truppe.

 

Nach gut einer Stunde erreichen sie ihr Ziel: Das barocke Landschloss Dreilützow bei Wittenburg liegt inmitten einer weitläufigen Parkanlage und blickt auf über 300 erlebnisreiche Jahre zurück. Flink erkunden die Kinder die malerische Umgebung, bestaunen die riesigen Mammutbäume, erobern die Wippschaukel, suchen Wege durch das angelegte Labyrinth und verfüttern den ersten Löwenzahn an die schlosseigenen Kaninchen.

 

Ob es auf einem so alten Schloss wohl auch waschechte Gespenster gibt? Na klar! Gleich bei der Ankunft erfahren die Kids, dass hier seit jeher der (grundsätzlich freundliche) Schlossgeist Dieter haust. Dieters Spuren sind überall zu entdecken – sowohl auf dem geheimnisvollen Dachboden als auch im finsteren „Gruselkeller“, durch den zu laufen sich gleich am ersten Abend ein paar mutige Kinder trauen.

 

Die Aufteilung der Mädchen und Jungs auf die gebuchten 3- bis 8-Bett-Zimmer verläuft relativ problemlos, weil sich die Lehrkräfte bereits im Vorfeld der Reise mit ihren Klassen abgestimmt haben. Damit die Räume nicht gänzlich im Chaos versinken, werden gleich zu Beginn ein paar Regeln aufgestellt, denen die Kids engagiert folgen – denn bei der allabendlichen Zimmerkontrolle gibt es dann Punkte für den jeweiligen Zustand (und am Ende der Reise wird das Ordnunghalten sogar mit kleinen Geschenken belohnt). Wie Betten bezogen, Koffer ausgepackt und Regale aufgeräumt werden, haben nach dieser Woche jedenfalls alle raus.

 

Frisch gestärkt nach dem abwechslungsreichen Frühstücksbuffet erleben die Kinder täglich neue Abenteuer auf dem Schlossgelände und in der näheren Umgebung: Mal wird in der Spielscheune gefilzt. Mal lädt ein historischer Musikant zu einer Reise durch die Geschichte der Töne ein und bringt den Kindern mittelalterliche Tänze zu Dudelsack-Klängen bei. Mal jagen sie in Kleingruppen auf einer Ralley durch den Park. Mal sollen sich die Kinder im „wahrscheinlich größten Wassereimer der Welt“ (Projekt H2Ohr in Wittenburg) im Dunkeln allein auf ihr Gehör verlassen und verschiedenste Geräusche, die mit Wasser zusammenhängen, erraten und benennen. Mal schreiben sie Briefe an den Schlossgeist Dieter. Mal werden Marshmallows über dem Lagerfeuer gebräunt. Mal rocken die Kids den Dancefloor bei der Disco …

 

Die Klassenreisen sind ein wichtiger Meilenstein für die Kinder der Grundschule Traberweg. Kontakt nach Hause soll es in dieser Woche nicht geben, Handys sind sowieso tabu (die Daheimgebliebenen werden allerdings regelmäßig von den Lehrkräften mit kurzen Erlebnisberichten und Fotos versorgt). Natürlich haben einige Kinder mal Heimweh und gewiss gibt es hier und da kleinere Streitigkeiten untereinander. Aber all das wird von den Betreuenden liebevoll begleitet und aufgefangen. Was den Kids bleibt, ist das gestärkte Bewusstsein dafür, es selbst geschafft zu haben. Sie lernen sich und ihre Mitschüler:innen noch besser kennen, Freundschaften vertiefen sich oder wachsen ganz neu, weil sie sich untereinander helfen, trösten, anspornen und ermutigen können.

 

Und so wird der erste Besuch auf Dreilützow gewiss nicht der letzte gewesen sein. Auch Dieter freut sich schon auf neue Traberweg-Kids, das schreibt er zumindest in einigen seiner Antwortbriefe, die inzwischen in Hamburg eingetroffen sind …  



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