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Wenn zwei sich streiten …

… kommen die Streitschlichter zum Einsatz! Seit knapp 20 Jahren verfolgen wir an der Grundschule Traberweg ein eigenes Konzept, das Kinder dazu befähigt, Konflikte untereinander selbständig zu lösen.

 

Die Streitschlichter sind am Vormittag in den großen Pausen jeweils zu zweit „im Dienst“ – sie sind schon von weitem gut zu erkennen an den orangefarbenen Caps. Wenn es auf dem Fußballfeld zu Rangeleien kommt, wenn beim energischen Buddeln ein anderes Kind mit Sand getroffen wird, wenn das Teilen der Fahrzeuge oder das Platzmachen auf der Schaukel zu schwer fällt … dann sind sie zur Stelle.

 

Frau Gadda hat das Programm für den Traberweg mitentwickelt. Sie leitet seither die Ausbildung jedes neuen Jahrgangs – seit vier Jahren gemeinsam mit Frau Burkschadt. „Natürlich liegt die Aufsichtspflicht nach wie vor bei den Lehrkräften und wir stehen auch immer parat, wenn ein Konflikt zu kompliziert wird. Aber in den allermeisten Fällen schaffen es die Kinder mithilfe der Streitschlichter wirklich allein, eigene Lösungen zu finden und sich wieder zu vertragen“, resümiert Frau Gadda.

 

Wer Streitschlichter werden kann, entscheidet sich in der dritten Klasse – dann beginnt auch die Ausbildung im zweiten Halbjahr. Zum Einsatz auf dem Schulhof kommen sie dann ab der vierten Klasse. Ob man das Zeug dazu hat, hängt von vielen Faktoren ab: „Die Kids müssen selbstbewusst und engagiert sein, sie brauchen eine schnelle Auffassungsgabe und müssen natürlich selbst mit gutem Verhalten eine Vorbildrolle einnehmen“, berichtet Frau Gadda.

 

Die Ausbildung findet immer dienstags statt, von 14:00 bis 15:00 Uhr. In Rollenspielen wird der Ernstfall trainiert und auch die aktuellen Streitschlichter schauen mal vorbei und berichten von ihren Erfahrungen. So wird den Kids ein sicherer und verlässlicher Rahmen vermittelt und sie bekommen klare Handlungsanweisungen, mit denen sie selbst die wildesten Streithähne (und -hühnchen) Schritt für Schritt wieder „einfangen“ können.

 

In vier Stufen zum Frieden

 

  1. Regelstufe: Bevor es ans eigentliche Schlichten geht, werden den Streitenden ein paar wichtige Regeln vermittelt. Dazu gehört, dass sich alle auf einen höflichen und respektvollen Umgangston einigen, dass man einander zuhört und – wichtig – dass nun vorerst die Streitschlichter das Kommando übernehmen. Alle einverstanden? Weiter geht’s!

  2. Klärungsstufe: Die wichtigste und zugleich oft schwierigste Aufgabe der Streitschlichter ist es, herauszufinden, worum es eigentlich geht. Dazu stellen sie nun viiiiele Fragen – so findet jede Seite Gehör und darf in Ruhe ihre Sicht schildern. Am Ende fassen die Streitschlichter das Gesagte noch einmal zusammen und aus dem Verständnis für die Sichtweise und Gefühle des jeweils anderen entstehen meist bereits erste Ansätze für die nächste Stufe.

  3. Lösungsstufe: Wieder werden nun beide Seiten nacheinander befragt, welche eigenen Ideen zur Lösung oder Wünsche zum künftigen Umgang sie haben. Am Ende steht die Frage: „Seid Ihr damit einverstanden?“ – und fast immer lautet die einhellige Antwort: „JA!“

  4. Friedensstufe: Mit einem beherzten Abklatschen, Umarmen oder verständnisvollen Nicken ist der Streit offiziell aus der Welt geschafft.

Die Streitschlichter-Treppe:

Jeder Streit hat zwei Seiten - das erklärt Frau Gadda anschaulich am Bild einer Möwe ... oder ist es doch ein Hase?



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